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Ermutigende Führung

Ermutigung

Sie haben lange nichts von mir gehört. Der Sommer verging in diesem Jahr schneller als sonst, warum das so war, weiß ich nicht. Ich habe nur bemerkt, dass ich den letzten Artikel im Juni geschrieben habe und Schwups, schon ist es Ende Oktober. Vor mir liegen ein paar freie Tage, ich fahre nicht weg, habe also Zeit mit Ihnen ein paar Gedanken zum Thema „ermutigende Führung“ zu teilen. Mich überkommt ja immer mal wieder so eine Sehnsucht nach einer besseren Welt. Nach einer Welt die geprägt ist von Rücksicht und Respekt gegenüber anderen Menschen, nach Arbeit die die Menschen zufrieden macht, nach Lebensbedingungen die es den Einzelnen erlauben zu wachsen. Dabei fiel mir auf, dass ich seit einiger Zeit durchaus zufrieden bin mit meinen persönlichen Arbeitsbedingungen. Da drängt sich dann schnell die Frage auf, wieso eigentlich, was ist denn anders als früher? Rein äußerlich habe ich nicht viel verändert. Die Arbeitszeit etwas reduziert, etwas mehr die Freizeit genossen, viel gelesen und trotzdem, irgendetwas ist anders.

Dieser Tage wurde mir klar was es ist. In meinem Brotjob hat sich die Führung verändert. Und das schon länger. Gleiches Unternehmen, andere Führungskräfte. Erstaunlich welche Auswirkung das auf meine Stimmung und auf meine Lust zu arbeiten hat. All die Absurditäten und Paradoxien die in großen Organisationen entstehen können, scheinen plötzlich deutlich gemildert durch einen Führungsstil den ich der Kategorie „ermutigende Führung“ zuordnen würde.

Was genau aber ist ermutigende Führung?

Winfried Berner hat dazu ein ganzes Buch geschrieben. Er macht darin deutlich, dass Führungskräfte die es schaffen, Mitarbeitern Mut zu machen, ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der kaum angreifbar und äußerst schwer einzuholen ist.
Berner nennt als Beispiel zwei Unternehmer: Der eine führt seine Mitarbeiter so, dass sie immer kleiner werden, ängstlicher, unsicherer und unselbstständiger, der andere unterstützt sie durch seine Führung dabei im Laufe der Zeit immer größer, mutiger, selbstsicherer und eigenständiger zu werden. Unschwer zu erraten, welches Unternehmen erfolgreicher ist.
Erfährt man ermutigende Führung so verändert sich dadurch das Klima, die Kultur, das Miteinander. Wenn Menschen gerne zur Arbeit gehen, wenn sie sich gesehen fühlen, wenn man ihnen etwas zutraut, wenn man sie wie Erwachsene behandelt, in ihre Kompetenzen Vertrauen hat, dann muss man eigentlich niemand mehr zu irgendetwas antreiben. Dann entsteht Leistungsbereitschaft.

Entmutigende Führung

Anders in Konstellationen in denen die Überzeugung herrscht, man müsse die Mitarbeiter kontrollieren oder durch entsprechende Kennzahlen überwachen. Für diejenigen die sich das vornehmen, eine anstrengende und zeitraubende Tätigkeit. Mit der Feststellung von Defiziten tragen viele Unternehmen zur entmutigenden Führung bei. Da gibt es dann immer mal wieder Kennzahlen die nicht so richtig gut sind, da gibt es Forderungen die Leistung zu erhöhen ohne die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen, da gibt es vor allem auch Unverständnis weshalb nicht die erwartete Leistung erbracht wird.

Neue Kennzahlen

Ich glaube es würde sich lohnen die üblichen unternehmerischen Kennzahlen zu hinterfragen. Schön fände ich, wenn Führungskräfte zukünftig eigene Kennzahlen bekämen, mit denen erhoben wird, wie gut sie in der Lage sind, ihre Mitarbeiter zu ermutigen. Man könnte dazu sicher Fragebögen entwerfen, mit Fragen an die Mitarbeiter wie z.B. „Sind sie in ihrer derzeitigen Tätigkeit selbstbewusster geworden?“, „Können Sie ihre Kompetenzen bei der Arbeit gut einsetzen?“, „Was fehlt Ihnen, um Ihre Leistungsfähigkeit optimal abzurufen?“, „Was kann ich als Führungskraft tun, um ihre Arbeitszufriedenheit zu erhöhen?“

Was mich sehr freut: Nicht immer muss man den Arbeitgeber wechseln, um eine Veränderung zu erleben. Manchmal wechselt einfach die Führung und dadurch verändert sich spürbar für alle Beteiligten das Klima.
Allen die bisher nicht das Glück haben, ermutigend geführt zu werden, empfehle ich Winfried Berners Buch. Es zeigt anschaulich wie auch in Unternehmen, in denen noch nicht ermutigend geführt wird, ein Kulturwandel angestoßen werden kann.

Winfried Berners Buch finden Sie hier:

von Winfried Berner, Regula Hagenhoff, Thomas Vetter

Hier schreibt Dipl. Psych. Margit Nowotny, Coach für Fach- und Führungskräfte, über Psychologie für den Job und im Web 2.0, Psychologie-Apps, Ressourcen- und Potenzialentwicklung, Zukunftsarbeit, Führung, Resilienz und "Strategien statt Burnout". Sie finden mich auch auf Google+...

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