Unterhaltung

Mit Zelt und Esbit-Kocher


Also: Ich bin jetzt eine Woche weg. Im Urlaub. Mit dem Zelt. Und einem Esbit-Kocher. Mit Mann und Sohn. Ohne High  Tech Campingausrüstung. Ohne Campingstuhl und Tisch. Noch bin ich nicht sicher, ob es wirklich eine gute Idee war meiner Familie vom Campen vorzuschwärmen. Ich habe allen erklärt, dass es ganz toll ist auch mal auf etwas zu verzichten, sozusagen in der Entbehrung dem Glück nachzuspüren. Meine Freundinnen reagierten eher mit Mitleid. Das müsse man sich in meinem Alter doch nicht antun. Urlaub sei schließlich kostbar. Ob ich vielleicht nicht doch lieber so eine Komforthütte nehmen will. Und nun merke ich schon, dass ich mich da vielleicht ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt habe. Ich mag durchaus Komfort, mag gern schöne Kleider, warmes Wasser in gepflegten Bädern, entspannen in ästhetischer Umgebung und ich erinnere mich dunkel an Schlamm, feuchte Kleidung, schlechte Laune wegen zu beengter Zelte. Nachdem mir mein Mann erklärt hat, er würde das schon mal ausprobieren mit dem Campen, er habe es aber noch nie gemacht, bin ich doch reichlich verunsichert. Er ahnt sicher nicht was auf ihn zukommt. Es könnte wirklich gut werden aber vielleicht wird es auch ganz schrecklich. Weil es mir auch nicht leicht fällt,  mich auf das Wesentliche zu begrenzen. Aber:  I’ll do my very best! 1 Rucksack, 2 Hosen, 7 T-Shirts. Mal sehn, es ist ja nur eine Woche. Ohne Computer, ohne iPhone, aber mit ganz vielen Büchern.  Ich lese keine Mails, schalte keine Kommentare  frei, tauche einfach ab und freu mich auf die Auszeit. Und irgendwie ist es sogar ein bisschen aufregend…

  1. Niki Schlipf

    echt stark, wow!!!
    Also ich habe auch schon 2 Jahre dauercampen im Wohnwagen ohne fließend Wasser und so hinter mir und weiß auch wie es sich anfühlt, in einer ebenso unkomfortablen Hütte mit Quelle und Elektrick in den Tropen zu leben. Aber Urlaub nur mit Zelt und Campingkocher ??? das werden sich die Männer bestimmt nie mehr antun wollen … oder vlcht doch? Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute, vor allem Erholung und viele Erfahrungen ( mehr + als -) wobei letztere ja auch etwas bewirken. Viele Grüße! Niki

  2. Thomas Mayer

    Liebe Margit,

    komme gerade von drei Wochen Wanderung mit Rucksack, 500 Gramm Zelt, 500 Gr Schlafsack und 500 Gr Luftmatratze aber ohne Kocher zurück. Hier in Darmstadt geht der Europawanderweg E1 vorbei (Nordkap-Sizilien). Ich bin also in 17 Tagen von Darmstadt zum Feldberg-Schluchsee gewandert und fand es wunderbar!
    Erfreulicherweise hat das Wetter gut mitgespielt.

    • Lieber Thomas,
      da scheinen uns ähnliche Motive anzutreiben. Ich kann es nur bestätigen: Es war wunderbar! Wenn Du Lust auf einen Gastartikel zum Thema “Gelassenheit lernen” hast, dann leg los, ich freu mich!
      Herzlichst
      Margit

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