Führung Gründerinnen

Was Frauen bei der Karriere aufhält

Karriere

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Heidi Möller, Professorin für Theorie und Methodik der Beratung, an der Uni Kassel, nennt folgende „Stolpersteine weiblicher Karrieren“:

Frauen haben meist nicht gelernt sich „ins Verhältnis zu anderen“ zu setzen.
Im Gegensatz zu Jungen erleben sie Konkurrenzsituationen als bedrohlich, sie konkurrieren zwar auch, oft aber deutlich indirekter, versteckter und das ist nicht zielführend.

Konkurrenz ist oft mit Angst gepaart, Fragen wie „darf ich mehr als meine Freundin verdienen?“ oder „kann ich mehr Aufträge als mein Partner haben?“ beschäftigen Frauen. Die dahinterliegende Angst ist die Angst vor Einsamkeit. Oder wie Margarete Mitscherlich es nennt: „Friedfertig aus Angst vor Liebesverlust“.

Männer arbeiten mit den Dimensionen Überlegenheit und Unterlegenheit. Frauen fühlen sich bei empfundener Überlegenheit unwohl.

Männer entwickeln Identität über die Unterscheidung von anderen. Frauen über Ähnlichkeit und Bindung.

Hinzu kommt dass Frauen Konkurrenz mit Rivalität gleichsetzen. Rivalität hat destruktive Züge da sie häufig mit Beschämung und Verhöhnung einhergeht. Auch die Herabsetzung einer Leistung fällt in den Bereich der Rivalität. Es ergibt sich dann oft eine grundsätzliche Weigerung zu konkurrieren, um erst gar nicht in den Wettbewerb mit anderen zu treten.

Wenn Frauen gelobt werden löst dies, leichter als bei Männern, heftige Affekte aus. Möller macht hierfür die Kompetenzscham verantwortlich. Das Gefühl, wozu frau in der Lage ist kann enorm viel Spannung auslösen, so dass mühsam erarbeitete Selbstentwürfe freiwillig aufgegeben werden. Für Mädchen geht in der Pubertät Erfolg häufig mit der Erfahrung, als nicht mehr attraktiv gesehen zu werden, einher.

Hinzu kommt die Exhibitionshemmung: Frauen sagen nicht was sie können. Sie schämen sich, sich zu zeigen, sich in Gesprächen einzubringen und Spaß daran zu haben. Dies führt dazu dass Frauen weniger Selbstmarketing betreiben, nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber“.

Frauen fehlt es an adäquaten Rollenvorbildern. Vertraute Rollen wie Mutter, Tochter, Geliebte, Schwester oder Verführerin greifen bei Karrierethemen eher weniger. Die Neudefinition weiblicher Führungskräfte erfordert die autonome Entwicklung eines eigenen, inneren Leitbildes. Erfahrungsgemäß werden Frauen die eigene Ziele verfolgen zwar als kompetent aber als wenig angenehm im Umgang mit anderen eingeschätzt. Das sollten Frauen möglichst früh wissen um einen adäquaten Umgang mit diesem Thema für sich zu finden. Dies heißt ganz praktisch, dass sie für Führungsstärke nicht geliebt werden.

Bei all diesen Ausführungen spielt Neid eine Rolle. Doch auch hier gilt es diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Neid entsteht dann, wenn man meint andere hätten mehr als man selbst. Er löst sich auf wenn es gelingt, das was man begehrt, selbst zu bekommen, im Fall weiblicher Karrieren hieße dies, selbst Karriere zu machen.

Notieren Sie Ihre Stärken. Notieren Sie auch was sie nicht können und wollen. Halten Sie immer wieder inne um sich zu versichern, dass Sie noch auf Ihrem Weg sind. Vorstellungen und Ziele können sich ändern.

Folgende Fragen sollen Sie bei Ihren Überlegungen unterstützen:

  • Was kann ich richtig gut?
  • Welche Talente und Fähigkeiten habe ich? Wo war ich erfolgreich?
  • Was liegt mir?
  • Was tue ich wirklich gern?
  • Welche Dinge interessieren mich brennend?
  • Wofür stehe ich oder will ich stehen?
  • Was ist mein Spezialgebiet bzw. was baue ich zu meinem Spezialgebiet auf?
  • Was habe ich zu bieten?
  • Wofür lohnt es sich, mich einzustellen oder mich zu engagieren?
  • Was treibt mich?
  • Was prägt mich?
  • Was beeinflusst mich? Wer beeinflusst mich?
  • Woran glaube ich? Was sind meine Werte?
  • Was ist mir wichtig? Wer ist mir wichtig?
  • Was will ich? Was ist gut für mich? Welche Vorstellungen habe ich von meinem Berufs- und Privatleben? Was ist für mich Lebensqualität – materiell und ideell?
  • Entwerfen Sie Ihre Zukunft! Wo will ich hin? Was soll noch vorkommen in meinem Leben?
  • Was will ich in zehn Jahren erreicht haben? Wo möchte ich in drei bis fünf Jahren stehen? Wie viel Geld möchte ich dann verdienen?
  • Wie komme ich dahin? Was muss ich tun, um meine Ziele zu erreichen? Was muss ich dafür im nächsten Jahr tun? Welche Schritte sind notwendig, um das Ziel bzw. einzelne Etappenziele zu erreichen?
  • Womit kollidiert das Ziel? Was muss ich dafür gegebenenfalls ändern oder eventuell aufgeben? Wo muss ich Abstriche machen? Ist es mir das wert? Bin ich bereit den Preis dafür zu zahlen?
  • Passt das Unternehmen / meine Tätigkeit zu meinen Zielen und Werten? Bin ich noch am richtigen Platz? Gehe ich morgens gerne zur Arbeit / zum Studium?

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Literatur zum Thema:

Heidi Möller – Beratung in einer ratlosen Arbeitswelt

Barbara Schneider – Fleißige Frauen arbeiten, Schlaue steigen auf

Claudia Lanfranconi, Antonia Meiners – Kluge Geschäftsfrauen

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  1. Der positive Blick, ein funktionsfähiges Netzwerk und kompetente Partner, so lassen sich Stolpersteine und Schwierigkeiten viel leichter aus dem Weg räumen.
    Ein schöner Spruch, begleitet mich schon länger: Hinfallen ist nicht schlimm, nur das liegen bleiben.
    Also, aufstehen und gemeinsam mehr erreichen, denn es gibt viele tolle Frauen, die sich nur zusammen schließen müssen um die Welt aus den Angeln zu heben.

  2. Hallo Katja,
    Vielen Dank für Deinen Beitrag! Das sehe ich auch so: Gemeinsam läßt sich einiges schultern!
    Herzlichst Margit

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