Psychologische Methoden Resilienz Stressmanagement

Was hilft gegen die Corona-Angst?

Seit einer Woche habe ich Urlaub. Geplant. Ungeplant ist die Gestaltung meines Urlaubs. Ich fahre nicht weg. Ich sitze zu Hause, starre auf den Twitter-Stream, höre Radio und heute nach 5 Tagen habe ich genug. Hab keine Lust mehr auf Twitter und keine Lust mehr Radio zu hören. Einmal am Tag gehe ich in den Supermarkt, um abzuchecken, ob noch alles da ist. Heute war ich noch nicht. Heute war ich wieder im Wald, rennen. Und ganz langsam laufen und dann wieder rennen. Und ich komme zu dem Schluss: Auch an mir geht diese wabernde Corona-Angst nicht vorbei. Ich hab es ja eigentlich ganz gut, muss nicht unbedingt raus diese Woche. Nächste Woche schon. Und ich werde auf Klienten treffen die erschöpft sind, die eben auch Angst haben und ich überlege, was kann ich anbieten, was kann ich selbst machen.

Strategien gegen Corona-Angst

Über die Jahre hat man so ein Repertoire an Strategien mit Angst umzugehen. Die sind auf die Schnelle aber nicht für alle zugänglich. Wie es der Zufall will, hab ich auf Linkedin das neue Buch einer Kollegin, Hildegard Nibel,  gesehen: Geld, Geld, Geld. Mehr Gelassenheit beim Geldausgeben und Geldverdienen. Weil das für viele Selbstständige momentan ein Thema ist, hab ich Sie gefragt, ob Sie mir ein Exemplar schickt. Hat sie gemacht. Ich hab es noch nicht ganz durch, das was ich bisher gelesen habe, finde ich prima. Ein siebenwöchiges Trainingsprogramm um seine Einstellung zu Geld zu verändern. Das Buch beschreibt eine Methode, die hilft mit Ängsten klar zu kommen. Für alle die durch die aktuelle Krise Existenzängste haben, eine sinnvolle Lektüre.

Existenzängste sind Teil der Corona-Angst. Ich habe jedoch den Verdacht es geht noch tiefer. Es ist auch Todesangst. Oder einfach die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit. Kein Mensch hat Lust sich damit freiwillig zu beschäftigen. Ist aber quasi zwangsweise notwendig. Stefan Hammel, der in einem Hypnotherapeuten-Forum „Geschichten gegen die Angst“ geteilt hat, erwähnt Interviews mit Holocaust-Überlebenden – ich weiß das ist ein krasser Vergleich, trotzdem kann man etwas lernen. Was hatten die Überlebenden gemeinsam? Sie betrachteten die Situation ohne Beschönigung und kamen zu dem Schluss: Das kann tödlich enden. Sie hatten die Überzeugung: Ich habe die Möglichkeit, mich zu retten. Sie gingen ins Handeln, bevor die Angst sie lähmte.

Ins Handeln gehen heißt, sich solidarisch zeigen, mit denen die Hilfe brauchen. Es heißt sich seiner Angst zu stellen und Strategien zu suchen, um damit klar zu kommen.

Leicht umsetzbare Strategie

Gerne würde ich Ihnen eine leicht umsetzbare und wirksame Strategie aus dem Buch von Hildegard Nibel vorstellen. Ohne ihr Geld-Buch wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass diese Methode auch gegen Corona-Angst hilft!

Hildegard Nibel stellt die EFT-Klopftechnik von Gary Craig vor. Wie die genau funktioniert erfahren Sie hier. Im deutschsprachigen Raum hat Michael Bohne das ganze unter dem Begriff PEP populär gemacht und entmystifiziert. Es handelt sich nicht um Raketenwissenschaft sondern um gut untersuchte und erprobte Techniken, die auch in der Traumatherapie angewendet werden. Da die Methode von Gary Craig leicht zu lernen ist, scheint sie mir für alle die unter Corona – Angst leiden, geeignet. Achtung: Bei dieser Klopftechnik fasst man sich mehrfach ins Gesicht, also nur mit gewaschenen Händen durchführen. 

 

Trance für Selbstfürsorge

Eine weitere wertvolle Ressource ist der Blog der Milton H. Erickson Gesellschaft mit einer Trance für Selbstfürsorge von Prof. Dirk Revenstorf zur Stärkung von gesunden Gewohnheiten in Zeiten des Coronavirus.

Also legen Sie los, klopfen Sie den Stress der durch die Pandemie entsteht weg, lassen Sie sich etwas in Trance versetzen und bleiben Sie solidarisch. Ich kann es mir nicht verkneifen meine persönliche Einschätzung zum Thema Toilettenpapier hamstern preiszugeben: Wir alle haben Schiss, im wahrsten Sinn des Wortes und das führt bei den meisten zu, na, genau, zu Durchfall….

An anderer Stelle im Netz werden Sie jetzt überall lesen das Angst sinnvoll ist. Deshalb sag ich dazu jetzt nichts mehr. Sie verengt halt auch den Blick und sorgt nicht unbedingt dafür kreative Lösungen für die anstehenden Probleme zu finden.

 

Foto: Adobe Stock

© kieferpix

 

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Ich sitze zuhause im Home Office mit Laptop und Handy, ich hasse es so zu arbeiten, ganz ohne Ansprache, nur per eMail, Chat oder Skype zu kommunizieren. Nach Feierabend keine privaten Treffen, aber wir machen dennoch das beste aus allem, so dass sogar der wöchentliche Stammtisch per Face Time stattfindet.
    Ich helfe sehr gerne, nur wenn dass einkaufen für andere Personen dann in Stress ausartet, macht es keinen Spass mehr. Man fährt mehrere Läden an, um alles für die Risikogruppe zu bekommen, Leute sind nur noch aggressiv, kein lächeln, kein nettes Wort. Da bleibe ich dann doch lieber alleine zu Hause, fern von allen Hamstern.
    Angst vor der Zukunft zu haben ist völlig normal, niemand weiss, wie es weitergeht, ganze Existenzen stehen auf dem Spiel. Danke für deine Tipps besser mit der Angst umzugehen, ich werd versuchen durch das Klopfen gelassener zu werden, hoffen wir, dass es hilft. Die Idee mit dem Wald finde ich übrigens auch sehr gut, das probiere ich auch. In diesem Sinne, bleib gesund. VG Larah

    1. Liebe Larah,
      ich versuche mich auf den Zeitpunkt nach der Krise zu fokussieren, wenn alles vorbei ist und wir sicher sehr zu schätzen wissen, wenn wir wieder unbeschwert im Cafe sitzen können. In diesem Sinne: Bleib auch gesund!
      Herzlichst
      Margit Nowotny

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