Diese Frage kommt öfter, als man denkt. Manchmal direkt: „Machen Sie auch Therapie?“ Manchmal indirekt, wenn jemand in einem Erstgespräch beginnt, von seiner Kindheit zu erzählen. Und manchmal merke ich es erst an der leichten Enttäuschung im Gesicht, wenn ich erkläre, was ich tatsächlich tue.
Es lohnt sich, diesen Unterschied einmal in Ruhe anzuschauen. Nicht weil die eine Arbeit wertvoller wäre als die andere, sondern weil beides sehr Unterschiedliches ist – und weil Menschen die falsche Türe öffnen, wenn sie nicht wissen, welche die richtige ist.
Psychotherapie behandelt. Beratung, Coaching und Supervision entwickeln.
Das klingt simpel. Ist es aber nicht immer, denn die Grenzen sind im Alltag fließend, und beide Welten benutzen manchmal dieselben Worte. Trotzdem gibt es einen wesentlichen Unterschied in der Grundhaltung.
In der Psychotherapie geht es darum, Störungen zu lindern, Traumata zu bearbeiten, psychische Erkrankungen zu behandeln. Das erfordert eine Approbation, einen Kassenvertrag oder Privatabrechnung nach GOÄ, und vor allem: Zeit. Viel Zeit. Manchmal Jahre.
Was ich mache, hat einen anderen Ausgangspunkt. Ich setze voraus, dass mein Gegenüber grundsätzlich handlungsfähig ist. Vielleicht gerade nicht in Bestform, vielleicht unter Druck, vielleicht in einer Situation, die sich festgefahren anfühlt – aber im Kern kompetent und in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen. Meine Aufgabe ist es nicht, zu heilen, sondern Klarheit herzustellen, Perspektiven zu erweitern und Lösungsräume zu öffnen.
Wer kommt zu mir?
Meistens Menschen, die beruflich Verantwortung tragen. Führungskräfte, die merken, dass sie im Hamsterrad stecken und nicht mehr wissen, wohin das eigentlich führen soll. Teams, die gut miteinander können und trotzdem irgendwie aneinander vorbeireden. Fachkräfte – Sozialarbeiterinnen, Beraterinnen –, die ihre Arbeit ernst nehmen und deshalb genau wissen, dass Reflexion kein Luxus ist, sondern Voraussetzung für gute Arbeit.
Gemeinsam ist diesen Menschen: Sie kommen nicht, weil sie krank sind. Sie kommen, weil sie vorankommen wollen.
Und was ist mit dem Wort „psychologisch“?
Ja, ich bin Diplom-Psychologin. Das steht auf meiner Webseite und auf meiner Klingel. Und genau da beginnt manchmal die Verwirrung. Psychologie ist nicht automatisch Psychotherapie. Ich nutze psychologisches Wissen als Werkzeug – für die Analyse von Dynamiken in Teams, für ein vertieftes Verständnis von Verhaltensmustern, für die Frage, warum Menschen in bestimmten Situationen tun, was sie tun, obwohl sie eigentlich wissen, dass es nicht hilfreich ist. Aber ich behandle keine psychischen Erkrankungen.
Wenn jemand in einem Erstgespräch merkt, dass das, was ihn beschäftigt, tiefer geht als berufliche Fragen – dann sage ich das. Klar und respektvoll. Und ich helfe dabei, den richtigen Weg zu finden. Manchmal ist das eine Empfehlung für eine Psychotherapie. Das ist kein Scheitern, sondern gute Orientierung.
Die entscheidende Frage
Wenn Sie überlegen, ob Coaching, Beratung oder Supervision für Sie das Richtige wäre, dann fragen Sie sich: Möchte ich etwas heilen oder etwas entwickeln? Möchte ich verstehen, was mich hemmt – oder möchte ich herausfinden, wohin ich eigentlich will?
Beides sind gute Fragen. Aber sie führen zu unterschiedlichen Menschen.
Wenn Ihre Fragen eher in die zweite Richtung gehen – wenn es um Klarheit im Job geht, um Führung, um Zusammenarbeit, um berufliche Weiterentwicklung, um die Frage, wie Sie als Fachkraft dauerhaft gut arbeiten können, ohne sich dabei zu verausgaben –, dann sind Sie bei mir richtig.
Und falls Sie sich noch nicht sicher sind: Ein erstes Gespräch kostet nichts außer einer halben Stunde Zeit. Das sollte reichen, um herauszufinden, welche Türe die richtige ist.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, eine Orientierung zu finden, freue ich mich über einen Kommentar oder eine Weiterempfehlung an jemanden, dem diese Unterscheidung auch nützen könnte.
Foto von Markus Winkler auf Unsplash



